Überwachen und Strafen
"Impfen hilft" steht auf dem Pappschild, das Kanzler Scholz neulich mit beispielloser Vergeblichkeit in die Kamera hielt. Mehr Heldentum und gesellschaftlicher Gestaltungswille ist von ihm nicht mehr zu erwarten!
Die Bundesregierung hat die Omikron-Welle "gut unter Kontrolle", schätzt Gesundheitsminister Lauterbach in der Pressekonferenz vom 28.01.2022 ein. Als ob das Zusammenzählen von Tests und Impfungen oder das Twittern neuester Studien aus UK das Virus in irgendeiner Form beeindrucken könnte. Lock-Down, Ausgangssperren, Berufsverbote, Betretungsverbote für Ungeimpfte, Fahrschulverbot für Ungeimpfte, 2G+- und 2G-Reglungen, Abstand, Maske, Impfen, Boostern und Lüften haben geholfen, soll man wohl denken.
Fataler Weise ist die innere Logik eines jeden Denkens in sich immer schlüssig; dieser Umstand wird nicht selten mit der Wahrheit selbst verwechselt. Das geht dem Sektenführer genauso, wie dem Impffanatiker. So werden Projektionen zur Realität erklärt, die der gewogene Faktenchecker zum Dogma erhebt! Ein engagiertes Impfbekenntnis ("Impfen hilft") und die sorgfältig getragene FFP2-Maske sind so zum Erkennungszeichen der "solidarischen Bürger" geworden. Solch ein wohlgefälliges Verhalten wird von den Landesregierungen mit sogenannten "Lockerungen" belohnt, wohingegen der missliebige Ungehorsam der Ungeimpften mit dem Entzug der Grundrechte bestraft wird.
Schon bald sollen die überwiegend geimpften und geboosterten Mitglieder des Bundestages über das Schicksal derer entscheiden, die unter Inanspruchnahme ihrer Grundrechte auf ihre körperliche Unversehrtheit bestehen (GG Art. 2, Abs. 2). Genauso aussichtsreich ergebnisoffen könnte man Raucher über ein Verbot von Raucherpausen abstimmen lassen!
Die eigennützigen Motive sind einfach zu stark! In der Psychologie nennt man das, die Vermeidung von kognitiven Dissonanzen. Dies entspricht der einfachen Alltagsweisheit: Ich bleibe bei dem, wofür ich mich einmal entschieden habe und glaube daran, dass es auch für alle anderen das Beste ist!
Im gesellschaftlichen Klima einer Normalisierung der Aussetzung grundlegender Grundrechte muss man schon sehr grundsätzlich hinterfragen, wenn man als geimpfter Parlamentarier eine Spur Zweifel an der gesamtgesellschaftlichen Angemessenheit des eigenen Denkens und Tuns bekommen will. Noch dazu haben die massiven Beschränkungen der ungeimpften Mitbürger für die meisten Volksvertreter nur einen abstrakten Realitätsgehalt. Sie wissen nur vom Hörensagen von den Auswirkungen der bewusst arrangierten Unannehmlichkeiten.
Während die deutsche Regierung noch über die Unverzichtbarkeit einer Impffpflicht philosophiert und unbedingt an der 2G-Diskriminierung im Land festhalten will, schaffen Länder wie Dänemark und Großbritannien alle Coronaschutzmaßnahmen ab. Keine Maske, kein Impfen, kein Abstandsgebot; unvorstellbar für unsere aufopferungsvollen Coronajünger. Der nicht vorhandene Zusammenhang zwischen Impfquote und Inzidenzzahlen sollte ihnen allerdings zu denken geben.
Im allgemeinen Durcheinander vollführt RKI-Chef Lothar Wieler sein ganz eigenes Scharmützel: Nach Belieben stellt er die Laufzeit des Genesenenstatus per Mausklick hoch und runter; Entschuldigung, natürlich nur runter. Ob diese spontanen Alleingänge mit unserer verfassungsmäßigen Grundordnung vereinbar sind, sollten nun wirklich einmal die Verwaltungsgerichte entscheiden!
Noch vor kurzem wurde den Mitarbeitern des Gesundheitssystems begeistert applaudiert, weil sie im unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft ihren Dienst verrichten. Jetzt werden sie mit der Impfpflicht in die Wüste geschickt: Die einen in die Arbeitslosigkeit, die anderen ins unterbesetzte Arbeitschaos. Der verantwortliche Gesundheitsminister Lauterbach nimmt billigend in Kauf, dass "der eine oder andere radikale Impfgegner, der in der Pflege arbeitet, dann aussteigt". Er führt fort: "Dann stellt sich aber ohnehin die Frage, ob die Person für den Beruf überhaupt geeignet war". Zu gleicher Zeit wird in Großbritannien eine Impfpflicht für das medizinische Personal nicht mehr für notwendig erachtet.
Derweil bleiben der Einzelhandel und die Gastronomie weiter im sinnfreien 2G-Modus geknebelt. Die Mitarbeiter und Inhaber dürfen dem eigenen Niedergang in der ersten Reihe beiwohnen. Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Deutschland, sagt zum 2G-Wahnsinn: "Diese im Kampf gegen die Pandemie nutzlose Maßnahme muss endlich bundesweit fallen!" Weiter beklagt er: "Insgesamt könnten deshalb in diesem Jahr noch einmal knapp 16 000 Geschäfte verloren gehen!"
Doch mit sachlicher Aufklärung und vernünftigen Argumenten sind unsere Bundes- und Landesregierungen nicht mehr zu erreichen. Sie scheinen über jeden Zweifel erhaben. Schulmeisterlich pflegen sie ihren Impfwahn und bleiben konsequent beim "Überwachen und Strafen" der Bevölkerung.
Auch den letzten Idealisten kann man nur dringend dazu raten, ihren Protest jetzt auf die Straßen der Städte und Dörfer zu tragen. Es geht nichts mehr von allein vorbei oder verläuft sich im Sande! Mit Hoffnung allein, sind wir nicht mehr zu retten! Unsere Politiker haben unser Land an die Wand gefahren! Das dürfen wir ihnen nicht durchgehen lassen!