Weihnachten 2021

Vorweihnachtszeit

"Kommt her zu mir alle, die ihr geimpft, genesen oder getestet seid!" (vergl. Matth. 11,28), hat Jesus nicht gesagt und es steht auch nicht in der Bibel. Trotzdem handeln die christlichen Kirchen in diesen Tagen ganz überwiegend nach diesem Motto.  

Wenn man Weihnachten 2021 in die Kirche gehen möchte, hat man es nicht leicht: Anmeldelisten, Kartenkontingente für spärlich besetzte Bankreihen, Impf-, Booster-, Genesenen- oder Testnachweise sind Bedingung für die christliche Gemeinschaft! In mancher Kirche sollen FFP2-Masken von allen Erwachsenen getragen werden, Kinder müssen "nur" durch OP-Masken atmen!

"Impfen ist Nächstenliebe" proklamieren deutsche Kirchenvertreter und nachdrückliche Impfaufrufe gipfeln in Impfangeboten in Gotteshäusern. Das ist Premiere: staatlich angeordnete, in Kirchen verabreichte Injektionen. 

Zu gleicher Vorweihnachtszeit wird ein beträchtlicher Teil der Gesellschaft ausgegrenzt, beschuldigt, diffamiert und existenziell bedroht. Ein Ungeimpfter kann selbstverständlich nicht mehr einfach einkaufen gehen; wenn dieser gesunde Mensch durch den Baumarkt liefe, oder vielleicht sogar noch Weihnachtsgeschenke kaufen wöllte, wäre dies für alle brandgefährlich! Immerhin Essen kaufen darf er noch, dieser Ungeimpfte; da soll er sich mal nicht beschweren! In Kinos und Restaurants hat er aber nichts zu suchen. Ein Betreten ist ihm verboten! 

Die Mehrheitsgesellschaft billigt die neue "Klassengesellschaft". Ein "selbst daran schuld" ist noch die geringste Herablassung, die man erwarten kann; die "Geiselhaft der Geimpften durch die Impfverweigerer" (G. Jauch) trifft dann schon eher den etablierten, selbstgerechten Ton.  Der nächste "Piks" sei ja stets in Reichweite: der Weg der Freiheit führt heute nun mal durchs Impfzentrum! Grundgesetz war gestern!

Nicht wenige Ärzte, Pfleger und Physiotherapeuten melden sich in diesen Vorweihnachtstagen bei den Arbeitsämtern, da in Deutschland ab 16. März 2022 nur noch geimpfte Menschen im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten dürfen! Einige von ihnen haben auf den Straßen demonstriert, um auf ihre Not aufmerksam zu machen. Dererlei Gebaren kann im Coronastaat aber natürlich nicht geduldet werden. Die polizeiliche Entfernung durch ein Sondereinsatzkommando ist das Mittel der Stunde. Der Fachkräftemangel im medizinischen Sektor darf der Königdisziplin des Coronastaates (Impfen, Impfen, Impfen) nicht im Wege stehen! 30 Jahre Berufserfahrung, medizinische Spezialisierungen und Sonderqualifikationen sind ohne Belang; es ist die Stunde der geboosterten Berufsanfänger und Quereinsteiger, sofern vorhanden. 

Szenen einer Kleinstadt

Sonntag, 3. Advent (Gellertstadt Hainichen): Ein Einsatzkommando der Polizei kesselt an der Ecke Mittweidaer Str./Am Wehr ca. 10 Personen (Frauen, Männer, Kinder) ein. Der Sonntagsspaziergang gelte als Verstoß gegen die sächsische Coronaschutzverordnung und wird mit saftigen Bußgeldern bestraft.

Eine Woche später; Sonntag, 4. Advent (Gellerstadt Hainichen): Eine "tolle Aktion" auf dem Markt  mit Weihachtsmann, Weihnachtsengel und Geschenken versetzt Familien und Kinder in Weihnachtsstimmung. Beim fröhlichen Kommen und Gehen nahm man es mit Masken und Abständen nicht so genau; schließlich war die Veranstaltung polizeilich erlaubt und der Bürgermeister höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen. 

Tatsächlich eine gute Aktion und es darf gern noch mehr davon geben! Aber wo ist der Unterschied zur Gefährdungslage am 3. Advent, als Polizisten im Laufschritt einer Familiengruppe nachstellten?

Hoffnung

Hoffnungsfroh stimmen die Nachrichten aus dem Weihnachtswunderland Erzgebirge. Jürgen Huss findet Worte und Perspektiven in diesen dunklen Zeiten! Auf seine unnachahmliche Weise fasst er in reichlich 3,5 Minuten das ganze Dilemma trefflich zusammen und erinnert uns daran, wo Frieden herkommen kann. Mancher Pfarrer sollte sich daran ein Vorbild nehmen!

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