Verdächtige Vorkommnisse
"Die Polizeidirektion Chemnitz sucht (...) für die ehrenamtliche Tätigkeit (...) zuverlässige und engagierte Frauen und Männer, welche in den Polizeirevieren Chemnitz-Nordost, Chemnitz-Südwest, Freiberg, Mittweida, Rochlitz, Aue, Annaberg, Marienberg sowie Stollberg tätig werden wollen. (...) Bei verdächtigen Vorkommnissen informieren sie ihre Polizeidienststelle (...)." (BLICK, Job & Karriere, 18.12.2021, Seite 6)
Besonders in den Abendstunden eines jeden Montags sollten dem Ehrenamt keine privaten Termine entgegenstehen. In der Vergangenheit soll es zu dieser Zeit vermehrt zu "verdächtigen Vorkommnissen" gekommen sein. Die jeweils geltenden Regeln und Verordnungen der autorisierten Regierungsorgane sollten als höchstes Gut bei der persönlichen Lebensführung erachtet werden und stets bei der Verteidigung der demokratischen, freiheitlichen Gesellschaftsordnung als Maßstab dienen.
Wer sich also schon immer für das Leben seiner Nachbarn und Mitbürger interessiert hat und zudem ein wenig Zweifel an deren Rechtschaffenheit hegt, kann nun ehrenamtlich durch die Reviere streifen und in diesen unruhigen Zeiten ein Auge auf die ordnungsgemäßen Abläufe in Haus und Hof haben. Bei verdächtigen Vorkommnissen darf er über eine interne Polizeirufnummer darüber berichten und alles Notwendige in die Wege leiten.
"Er ist weder Spanner noch Denunziant; es ist die Sicherheitswacht im Ehrenamt!"
Von der freiheitlichen Gesellschaftsordnung ist inzwischen nicht mehr viel übrig. Autoritäre Anordnungen werden polizeilich überwacht. Ein Generalmajor der Bundeswehr koordiniert den deutschen Impfapparat. Wer nicht in Reih und Glied mitmarschiert wird abgestraft. Deutsche Gesetze entstehen neuerdings in praktischen Videoformaten der Ministerpräsidentenkonferenz. Das geht schnell und kann nach weitgehend reibungslosem Durchlauf in Bundestag und Bundesrat blitzartig in Kraft treten. Journalistische Querschläger werden nach Autokratenmanier aus dem Weg geräumt.
Macht, Zwang und Gewalt sind sehr weit gediehen in unserem Land! Es wächst wie Unkraut und überwuchert alle Errungenschaften unserer zivilisierten Gesellschaft. Totalitäre Strukturen haben sich längst breit gemacht: Kontrollen, Nachweise, Zugangsbeschränkungen, Aufenthalts- und Betretungsverbote, Zensur, Dienstenthebungen, Berufsverbot, Impfzwang, Verordnungen und Polizeipräsenz sind zu unseren alltäglichen Begleitern geworden. Haben wir uns schon daran gewöhnt? Wollen wir wir uns daran gewöhnen?
Mal angenommen, die Coronakrise läge hinter uns. Wie würden wir nur unseren Politikern, der Polizei und den Verfassungsorganen dieser Republik die etablierten Notstandsmanieren wieder abgewöhnen?
Das sind mir schon reichlich verdächtige Vorkommnisse! Ich würde sie gern irgendwo melden!